Lebensbedrohlicher Unterzucker


 

Kurz zusammengefasst: 

 

Speziell sehr kleine Welpen aber auch ausgewachsene Minis unterzuckern sehr schnell. Man muss unbedingt darauf achten, dass sie mehrmals am Tag fressen und trinken! Bei den kleinen Chihuahuas, vor allem beim Welpen arbeitet der Stoffwechsel schneller und deshalb ist die Gefahr des unterzuckerns sehr viel größer. Sollte der Welpen über einen längeren Zeitraum nichts fressen oder Durchfall haben, muss unbedingt eine kleine Dosis Traubenzucker (im Notfall auch Honig) verabreicht werden!

 

Wie erkennt man, dass eine Unterzuckerung vorliegt?

Der kleine Chi

  • taumelt, 
  • ist verwirrt in oder 
  • liegt plötzlich fast regungslos da, 
  • ist matt und kaum oder gar nicht ansprechbar. 
  • Es kann auch passieren, dass er sich versteift. 

Dann ist schnelles und umsichtiges Handeln von großer Wichtigkeit, weil sonst Gefahr für das Leben des Chis besteht!!

 

Man löst Traubenzucker mit etwas Wasser auf und verabreicht es dem kleinen Patienten direkt ins Mäulchen. Im Notfall auch Honig einfach ins Maul schmieren! Einige Minuten später muss man merken, daß es dem Hund schon etwas besser geht!!! Dann ist es wichtig, daß der Chi etwas frißt und trinkt. Bieten Sie ihm an, was er gerne mag wie z.B. Leberwurst oder ähnliches, und achten Sie darauf, daß er noch etwas Ruhe hat. Wenn er dann gefressen hat, können Sie ihm nochmals etwas Traubenzuckerlösung, verabreichen.

 

Eine halbe Stunde später ist der kleine Patient wieder fit!   


Eine Unterzuckerung entsteht, wenn der Körper nicht in der Lage ist, Glukose zu speichern. Die benötigte Energie wird aus den Körperfettreserven geholt, so daß Fettsäuren schneller freigesetzt werden, als sie über den Stoffwechsel abgebaut werden können.


In diesen Fällen werden Stoffe (Ketone) produziert, die sich toxisch auf das Gehirn und appetitmindernd auswirken. Es kommt zu Erbrechen und Dehydration (Austrocknung). In fortgeschrittenem Stadium ist der Hund nicht mehr ansprechbar, gleitet in ein Koma und stirbt. Die produzierten Stoffe (Ketone) haben einen speziellen Geruch, der sowohl im Atem des Hundes, als auch in seinem Urin erkannt werden kann. Sie riechen sehr süß.


Als erstes Anzeichen bei einer akuten Unterzuckerung kommt es zu Müdigkeit und Schlappheit, der Hund taumelt. Hier sollte man sofort eingreifen und dem Hund Honig, Traubenzucker oder - falls nicht zur Hand - irgendeine zuckerhaltige Substanz direkt ins Maul geben.


Die meisten Hunde werden das willig annehmen und das Ergebnis ist oft dramatisch: schon nach wenigen Augenblicken wirkt der Hund wieder normal. Sollte der Welpe bereits komatös sein, ist umgehende tierärztliche Hilfe geboten. Der Welpe braucht dringend sofort intravenöse Gaben von Glukose, um den Zuckerspiegel wieder aufzubauen. Ein komatöser Welpe kann dazu neigen, Krampfanfälle zu bekommen. Der Tierarzt wird dann zusätzlich zur Glukose auch ein Beruhigungsmittel geben.

 

Welpen, bei denen diese Anzeichen auftreten, müssen ganz besonders gut beobachtet werden! Man muß berücksichtigen, daß jede Art von Stress, ausgelöst durch Einsamkeit, Krankheit, Wetterschwankungen, Impfungen oder Ortswechsel wieder die Gefahr einer Unterzuckerung mit sich bringen kann.

 

Zusätzlich ist unbedingt zu beachten, daß die ersten Anzeichen der Unterzuckerung manchmal (auch von Tierärzten!) mißgedeutet und als Symptome eines Hydrocephalus (Wasserkopf) gewertet werden. Wie bei der Unterzuckerung können auch bei einem Hydrocephalus Müdigkeit und Bewegungsstörungen auftreten, der Welpe bekommt Krämpfe und fällt ins Koma. 

 

Man muß sich die Symptome beider Erkrankungen sehr gut einprägen und dann anhand der Reaktionen des Welpens prüfen, was ihm fehlt. Wenn man nicht sicher ist, ob ein Welpe an Unterzuckerung leidet oder einen Hydrocephalus hat, gibt eine Ultraschalluntersuchung des Gehirns letztendlichen Aufschluß darüber.