Chihuahua FCI-Standard Nr. 218

CHIHUAHUA
(Chihuahueño)

 

URSPRUNG : Mexico.
DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINALSTANDARDS : 22.05.1995.

 

VERWENDUNG : Gesellschaftshund.

 

KLASSIFIKATION FCI : Gruppe 9 Gesellschafts-und Begleithunde



Sektion 6 Chihuahueño
Ohne Arbeitsprüfung.

 


ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD :
Dieser Hund hat eine kompakte Körperform. Von ganz wesentlicher Bedeutung ist die Tatsache, dass sein Schädel die Form eines Apfels hat und dass er seine mässig lange Rute hoch erhoben trägt; entweder ist sie gebogen oder halbkreisförmig gerundet, mit gegen die Lendengegend gerichteter Spitze.

 


WICHTIGE PROPORTIONEN :
Die Körperlänge ist etwas grösser als die Widerristhöhe; gewünscht wird jedoch ein fast quadratischer Körper, speziell bei den Rüden. Bei den Hündinnen ist wegen der Trächtigkeit ein etwas längerer Körper zulässig.

 


VERHALTEN/CHARAKTER (WESEN) :
Flink, aufmerksam, lebhaft und sehr mutig.

 


OBERKOPF :
Schön gerundeter Apfelkopf (ein charakteristisches Merkmal der Rasse) ohne oder mit kleiner Fontanelle. Der Stop ist sehr ausgeprägt, tief und breit, da die Stirne über den Ansatz des Fangs gewölbt ist.

 


GESICHTSSCHÄDEL :


Nase : Mässig kurz, geringfügig aufgeworfen; jede Farbe ist zulässig.
Fang : Kurz, von der Seite gesehen gerade, am Ansatz breit, sich gegen die Spitze hin verjüngend.
Lippen : Trocken und gut anliegend.
Wangen : Wenig entwickelt und sehr trocken.
Zähne : Scherengebiss oder Zangengebiss. Vorbiss und Rückbiss sowie jede andere Stellungsanomalie der Ober-oder Unterkiefer sind streng zu bestrafen.
Augen : Gross und von rundlicher Form, sehr ausdrucksvoll, nicht hervorquellend, vollkommen dunkel gefärbt. Helle Augen sind zulässig, aber nicht erwünscht.
Ohren : Gross, aufgerichtet, auffallend breit an ihrem Ansatz, sich gegen die leicht abgerundete Spitze allmählich verjüngend. In der Ruhestellung sind sie seitlich leicht geneigt.

 


HALS :


Obere Linie : Leicht gewölbt.
Länge : Mittellang.
Form : Dicker bei den Rüden als bei den Hündinnen.
Haut : Ohne Wamme; bei der langhaarigen Varietät ist das Vorhandensein einer Halskrause mit längerem Haar höchst erwünscht.

 


KÖRPER : Kompakt und gut gebaut.


Obere Linie : Gerade.
Widerrist : Wenig ausgeprägt.
Rücken : Kurz und fest.
Lendengegend : Stark muskulös.
Kruppe : Breit und stark, ohne Neigung.
Brust : Brustkorb breit und tief, Rippen gut gewölbt; von vorne gesehen geräumig, aber nicht übertrieben; von der Seite gesehen, bis zu den Ellenbogen reichend; nicht fassförmig.
Untere Linie : Durch einen deutlich aufgezogenen Bauch gebildet. Ein schlaffer Bauch ist zulässig, aber nicht erwünscht.
Rute : Hoch angesetzt und von mässiger Länge; am Ansatz breit, sich gegen die Spitze zu allmählich verjüngend. Die Tragart der Rute ist ein wichtiges charakeristisches Merkmal der Rasse : sie wird entweder hoch im Bogen erhoben getragen, oder halbkreisförmig gerundet mit gegen die Lendengegend gerichteter Spitze, was dem Körper Ausgewogenheit verleiht. Die Behaarung ist entsprechend der Haar-Varietät dem Haarkleid des übrigen Körpers angepasst. Bei der langhaarigen Varietät bildet das Haar eine Fahne. In der Ruhestellung ist die Rute hängend und bildet einen leichten Haken.

 


GLIEDMASSEN

 

VORDERHAND :
Gerade und von guter Länge; von vorne gesehen bilden die Vorderläufe mit dem Ellenbogen eine gerade Linie; von der Seite gesehen stehen sie senkrecht mit einem leicht schräg gestellten, kräftigen und biegsamen Vordermittelfuss. Die Schultern sind trocken und wenig bemuskelt; die Winkelung zwischen Schulterblatt und Oberarm ist angemessen. Die Ellenbogen sind fest und eng am Körper anliegend, was eine freie Bewegung der Vorderhand gewährt.


HINTERHAND :
Gut bemuskelt, mit langen Knochen, senkrecht und zu einander parallel, mit guten Winkelungen am Hüftgelenk, am Knie und am Sprunggelenk, in Übereinstimmung mit den Winkelungen der Vorderhand. Sprunggelenke kurz, mit gut ausgebildeten Achillessehnen; von hinten betrachtet sind sie gerade und senkrecht gestellt, nicht eng.


PFOTEN :
Sehr klein und oval, mit gut auseinanderstehenden aber nicht gespreizten Zehen (weder Hasenpfoten noch Katzenpfoten); die Krallen sind besonders gut gewölbt und mässig lang; die Ballen sind gut entwickelt und sehr elastisch; Afterkrallen müssen entfernt sein.


GANGWERK :
Der Schritt ist lang und elastisch, energisch und aktiv, mit gutem Vortritt der Vorderhand und gutem Schub der Hinterhand . Von hinten gesehen sollen sich die Hinterläufe zu einander fast parallel bewegen, sodass die Fussspuren der Hinterpfoten genau in diejenigen der Vorderpfoten zu liegen kommen. Mit zunehmender Geschwindigkeit zeigen die Gliedmassen die Tendenz, in Richtung der zentralen Schwerpunktslinie zu konvergieren (single track). Dabei bleibt der Bewegungsablauf frei und elastisch, ohne sichtbare Anstrengung, der Kopf erhoben und der Rücken fest.


HAUT :
Glatt und elastisch auf der ganzen Körperoberfläche.


HAARKLEID

 

BESCHAFFENHEIT DES HAARES :
In dieser Rasse existieren zwei Haar-Varietäten

a)Varietät Kurzhaar :
Das Haar ist kurz und am ganzen Körper gut angliegend; wenn Unterwolle vorhanden ist, ist das Haar etwas länger; lichtes Haar an der Kehle und am Bauch ist zulässig; das Haar ist etwas länger am Hals und an der Rute, kurz im Gesicht und an den Ohren. Es ist glänzend und seine Beschaffenheit ist weich. Haarlose Hunde werden nicht geduldet.


b)Varietät Langhaar :
Das Haar soll fein und seidig sein, schlicht oder leicht gewellt; eine nicht zu dichte Unterwolle ist erwünscht. Das Haar ist länger und bildet Federn an den Ohren,am Hals, an der Hinterseite der vorderen und hinteren Extremitäten, an den Pfoten und an der Rute. Hunde mit langem und aufgebauschtem Haar wie ein Malteser werden nicht akzeptiert.

FARBE DES HAARES : Alle Farben in allen möglichen Schattierungern und Kombinationen sind zulässig.
Mehr unter Farben!!!!


GRÖSSE UND GEWICHT :


Bei dieser Rasse wird nur das Gewicht in Betracht gezogen, nicht die Grösse.
Gewicht : Zwischen 500 g und 3 kg
wobei ein Gewicht zwischen 1 und 2 kg den Vorzug hat. Tiere von mehr als 3 kg Gewicht werden disqualifiziert.


FEHLER :


Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte.
- Schmaler Schädel.
- Auge klein, eingesunken oder hervorquellend.
- Langer Fang.
- Zugespitzte Ohren.
- Kurzer Hals.
- Aufgezogener Rücken oder Senkrücken (Lordose oder Xyphose).
- Langer Körper.
- Kurze Gliedmassen.
- Abstehende Ellenbogen.
- Zu eng gestellte Hinterläufe.
- Schmale Brust, flacher Rippenkorb.
- Abfallende Kruppe.
- Schlecht angesetzte, verdrehte oder kurze Rute.
- Vor-und Rückbiss.
- Fehlen einzelner Zähne.
- Deformierte Kiefer.
- Verdoppelung von Zähne.
- Luxation der Kniescheibe.


AUSSCHLIESSENDE FEHLER :


- Bei der Varietät Langhaar : Hunde mit sehr langem, feinem und wie beim Malteser aufgebauschtem Haar.
- Bei der Varietät Kurzhaar : haarlose Stellen (Alopezien).
- Hängeohr oder kurzes Ohr.
- Fehlen der Rute.
- Gewicht über 3 kg.
- Extrem langer Körper.
- Schlanker, leichter, langgestreckter hirschähnlicher Typ.




Chihuahua Farben


Unifarben:


a) Einfarbig:

Hund/Welpe einfärbig ohne jegliche Abzeichen. Aufhellungen und schwärzliche Schattierungen werden nicht erwähnt.


b) ... & tan-Farben:

Grundfarbe mit den typischen tan-Abzeichen an Wangen, Augenbrauen, Brust, Pfoten, Läufen und der Unterseite der Rute.


4 Farbvarianten:
Black & Tan (Grundfarbe schwarz = wie Dobermann)
Blue & Tan
Chocolate & Tan
Lilac & Tan (äußerst selten!)


Verdünnungs-/Aufhellungsfarben:

a) Nasenschwamm blau, blaugrau:

Haarfarbenbezeichnung:

Blau: Hund einfarbig, erscheint taubengrau bis silbergrau
Blau-weiß
Blue & Tan
Blau-tricolour
Blaucréme: Grundfarbe Beigeton mit oder ohne blauem Anflug an den Spitzen
Blaucréme-sable: Grundfarbe Beigeton mi deutlichen blaugrauen Spitzen


b) Nasenschwamm braun, fleischfaben:

Haarfarbenbezeichnung:

Chocolate: Einfarbig schokoladenbraun
Chocolate-weiß: Schokoladenbraun mit weiß
Chocolate & Tan: Schokolandenbraun mit hellem Tan- Abzeichen
Isabellfarben: Grundfarbe Beigeton mit oder ohne bräunlichem Anflug an den Spitzen
Isabell-sable: Grundfarbe Beigeton mi deutlichen braunen Spitzen


c) Nasenschwamm hell braunblau:

Lilac: Hellsilbrige Fliederfarben (wie Weimaraner), helle Augen!
Farbe kommt standardkonform nur bei Chihuahuas vor und ist äußerst selten!
 

 

***Nur für erfahrene Züchter, da Verdünnugsfarben oft Alopezien zur Folge haben. Das bedeutet Welpen die ganz oder teilweise haarlos sind, unglücklicherweise haben die Tiere als Welpen ein normales Haarkleid, dass erst beim ersten Fellwechsel ausfällt und nicht mehr ganz bzw mit anderer Fellstruktur nachwächst!!!*** Mehr dazu.


Schecken (.../-weiß)

a) Zuerst die Farbe anführen, die dominiert, danach mit "-" die zweite Farbe anfügen.
Beispiel: Rot-weiß, Schwarz-weiß, blau-weiß, weiß-chocolate usw.

b) Bei Farbaufteilung "halb-halb"zuerst die Farbe aufführen, dann mit "/" weiß dahinter.
Beispiel: Rot/weiß, Schwarz/weiß, blau/weiß usw.

c) Hund mit sehr wenig weiß (meist an Pfoten, Brust, Rutenspitze, evtl. Stirnstrich): Grundfarbe angeben und "mit weiß" anhängen.
Beispiel: Rot mit weiß, Schwarz mit weiß usw


Tricolour-Farben

Bitte nur Hunde als tricolour bezeichnen, die Farbverteilung wie "... & tan" aufweisen und weiße Abzeichen besitzen.

4 Möglichkeiten:
Tricolour: steht für schwarz-tricolour (wie Berner Sennenhunde oder Cavalier)
Blau-tricolour
Chocolate-tricolour

 

Sable-Farben:

Erscheinungsbild: Diverse Grundfarben mit schwarzen Haarspitzen, die die Hunde mehr oder weniger dunkel erscheinen lassen. Welpen wirken auf den ersten Blick fast schwatz(blaucréme-sables und isabell-sables blau, bzw. chacolate), beim Teilen der Haare erkennt man die hellere Grundfarbe.
Farbbezeichnung: Zuerst Grundfarbe nennen, dann "-sable" dahinter.
Beispiel: beige-sable, rot-sable, gold-sable, usw.
Achtung: Bei Welpen, die nach der Grundfarbe nur einen schwarzen (blauen, chocolate) Anflug an der Spitze aufweisen, wächst die Spitzenfarbe fast immer heraus, so dass der ausgewachsene Hund nur noch die Grundfarbe zeigt. Hier bitte gleich nur die Grundfarbe angeben (rot, beige, gold usw.)

Sable-Farben gibt es auch als Schecken. Farbbezeichnung dann entsprechend Abschnitt III.

 


Masken:

Bei Welpen, bei denen sich die Maske nur über den Fang erstreckt, wachsen die Masken fast immer heraus. Das gleiche gilt, wenn die Masken nicht tiefschwarz gefärbt sind.
Masken bei blaucréme und isabellfarbenen Welpen sind blau bzw. braun, sie verblassen praktisch immer im Verlauf des Fellwachstums.

Bleibende Masken reichen bei Welpen bis über die Augen, Aufhellung in die Grundfarbe erst am Oberkopf.


Farbbezeichnung: Grundfarbe nennen und "mit Maske" dahinter.
Beispiel: Beige mit Maske


Blue-fawn:

(Nur bei Chihuahuas)
Merkmal: Welpen werden "blau" geboren. Schon ab der 4. bis 5. Woche kommt vom Ansatz her (beginnend an der Stirn) zimtfarben durch. Die dunkle Maske wächst heraus.
Blue-fawn gibt es auch zusammen mit weiß und sable.