Offene Fontanelle beim Chihuahua


 

Der Chihuahua hat als einzige kleine Hunderasse ein ganz besonderes Merkmal: Eine offene Fontanelle. Dabei wurde die offene Fontanelle nicht hinzugezüchtet, sondern wurde auch bei wildlebenden Chihuahuas in Mexiko entdeckt!! Archäologische Funde belegen, dass diese Hunde seit jeher mit diesem „Merkmal“ ausgestattet waren. In der Vergangenheit wurde demzufolge beim Chihuahua die offene Fontanelle als ein typisches Merkmal weltweit von allen Hundezuchtvereinen gefordert.

 

Auch Menschenbabies werden übrigens mit einer offenen Fontanelle geboren, die sich im Laufe der Entwicklung schließt. Beim Chihuahua ist die Fontanelle unterschiedlich in Form und Größe, man kann sie auf dem Oberkopf, da, wo die Stirnknochen zusammen kommen, fühlen. Die Tatsache, dass die Chihuahuas einen gewölbten Kopf und manchmal auch eine kleine, offene Fontanelle haben, hat übrigens keinerlei Bezug zu einer möglichen Erkrankung an Wasserkopf (Hydrocephalus)!

 

Der Standard  fordert heute einen Chihuahua mit geschlossener oder sehr kleiner offener Fontanelle. Aber hier gilt: Selbst die Zucht mit Hunden, die eine geschlossene Fontanelle haben, garantiert keine Welpen, die ebenfalls eine (später) geschlossene Fontanelle haben. Trotzdem achten verantwortungsvolle Züchter darauf um dieses "Rassemerkmal" irgendwann ausgemerzt zu haben.

 

Festzuhalten ist, dass die meisten Welpen heute lediglich eine kleine offene Fontanelle haben, durch die sie keinesfalls beeinträchtigt sind. Oft hört man, sie seien wegen der offenen Fontanelle extrem anfällig. Dies stimmt so nicht. Selbstverständlich sorgt man dafür, dass der Chihuahua – wie auch jedes andere Lebewesen! - nicht auf den Kopf geschlagen wird, unabhängig davon, ob die Fontanelle nun offen ist oder nicht?!?!

 

Wäre dem nicht so, dass der Fontanelle eine hohe Anfälligkeit zuzumessen ist, hätte die Rasse Chihuahua aufgrund dieses Merkmals wohl nicht überlebt!