BLAU und genbedingter Haarausfall


 

Warum wir tunlichst Verpaarungen vermeiden aus denen Verdünnungsfarben (blau, lilac, isabell) entstehen.

 

 

 Kurzfassung:

- Wir vermeiden Verpaarungen aus denen Verdünnugsfarben entstehen, da diese oft Alopezien zur Folge haben. Das bedeutet Welpen die ganz oder teilweise haarlos sind, unglücklicherweise haben die Tiere als Welpen ein normales Haarkleid, dass erst beim ersten Fellwechsel ausfällt und nicht mehr ganz bzw mit anderer Fellstruktur nachwächst!!! Diese Farbe kann auch zu Lebens- und Immunschwächen führen. -

 

 

- Vermeiden lässt sich dies nur indem man die Elterntiere auf das Dilute - Gen testen lässt und die Verpaarung von 2 Trägertieren ausschliesst. -

 

 


Die Fellfarben des Hundes - Relevant für Gesundheit und Verhalten aus dem Artikel in "WUFF"


von A. Univ. Prof. Dr. Irene Sommerfeld-Stur

Blau ist schön, aber gefährlich


Eine weitere Farbvariante, die mit gesundheitlichen Störungen verbunden sein kann, ist die blaue Farbe. Die genetische Grundlage dieser Farbe ist das Verdünnungs- oder Dilution-Gen. Dieses Gen bewirkt eine Verklumpung und Verkleinerung der Pigmentkörnchen, sodass es dadurch zu einer Aufhellung der Farbe kommt. In Bezug auf gesundheitliche Probleme ist das Dilution-Gen ein ambivalenter Geselle – es kann, muss aber nicht zu Störungen führen. 

Bekannt sind Gesundheitsprobleme im Zusammenhang mit blauer Färbung bei bestimmten Rassen wie dem Dobermann oder dem Pinscher. Die Bezeichnung „Blue Dobermann-Syndrome“ steht für eine schwerwiegende Erkrankung der Haut, die im Zusammenhang mit der Verdünnungsfarbe auftritt. Das Hauptsymptom der auch als „Farbmutantenalopezie“ bezeichneten Erkrankung ist ein mehr oder weniger ausgeprägter Haarverlust durch brüchige Haare. Die Haut ist trocken und schuppig, es entwickeln sich eitrige Pickel, in ausgeprägten Fällen kann es zu einer generalisierten Pyodermie, also einer eitrigen Entzündung der gesamten Hautoberfläche kommen. Es ist zu vermuten, dass hinter der Neigung zu eitrigen Entzündungen der Haut eine allgemeine Immunschwäche der Haut steht, die mit der geringeren Dichte der Pigmentkörnchen assoziiert ist.

Das Teuflische an der Erkrankung ist, dass sie nicht alle Hunde mit Verdünnungsfarbe betrifft. So ist z.B. der Weimaraner, dessen Rassemerkmal ja u.a. das verdünnte Braun ist, offensichtlich nicht betroffen. Das Vorliegen des Verdünnungsgenotyps alleine scheint also nicht ausreichend zu sein, um die Veränderungen der Farbmutantenalopezie auszulösen. Welche anderen Faktoren dabei noch beteiligt sind, ist bislang unbekannt. Es ist aber zu vermuten, dass bestimmte bisher noch nicht bekannte Gene in Zusammenarbeit mit dem Verdünnungsgenotyp die Erkrankung auslösen. 

Für den Verdünnungsfaktor ist inzwischen ein Gentest verfügbar – für Rassen mit hohem Risiko sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, bei Zuchttieren diesen Gentest durchzuführen, um die Verpaarung von zwei heterozygoten Anlageträgern zu vermeiden. Die gute Nachricht dabei ist, dass Anlageträger nicht notwendigerweise aus der Zucht ausgeschlossen werden müssen. Verpaart man sie mit Tieren, die homozygot für das dominante Nichtverdünnungsgen sind, können bei den Nachkommen keine homozygot verdünnten Tiere auftreten.

 

Auszug aus dem Wuff Hundemagazin, genehmigt von Gerald Pötz - Alle Rechte vorbehalten!

 

 


Zum Thema Tücken von Verdünnungsfarben (blau, lilac usw) hat uns Labogen folgende Antwort zur Verfügung gestellt:


  

Blauverdünnung
 
Bei der Blauverdünnung (Dilution) handelt es sich um das Allel d des D-Locus, das in reinerbiger Konstellation (d/d) dazu führt, dass die Pigmentkörnchen in den Pigmentzellen verklumpen und dadurch einen verdünnten (dilute) Farbeindruck hervorrufen (schwarz wird zu blau, braun wird zu lilac/silber und gelb wird zu einem aschfahl). Es kann passieren, dass die verklumpten Pigmentkörnchen beim Transport aus der Pigmentzelle ins Haar die Haarbälge "verstopfen" und dadurch zu Haarausfall und Entzündungen der Haarbälge führen. Diese Erkrankung nennt man "Colour Mutant Alopecia (CMA)" (auch bekannt unter den Bezeichnungen Blue Dog Disease, Farbmutantenalopezie, Black Hait Follicle Dystrophia). Solch eine Erkrankung ist nicht heilbar, man kann lediglich die Hautentzündung durch entsprechende antibakterielle und entzündungshemmende Medikamente in Schach halten. Der Haarausfall ist irreversibel.
 
Es gibt durchaus Rassen, in denen es gesunde dilute Hunde gibt (etwa die Deutsche Dogge, auch der Weimaraner) bei diesen Rassen habe ich noch keine dilute Hunde mit CMA gesehen und auch noch von keinen gehört. Bei anderen Rassen wiederum ist der Prozentsatz an dilute Hunden mit CMA so hoch, dass dieser Farbschlag aus dem Rassestandard verbannt wurde (Dobermann). Auch beim Deutschen Pinscher und diversen anderen Rassen (auch bei Mischlingen) gibt es immer wieder dilute Hunde mit CMA.
 
Ob ein Hund mit Farbverdünnungsfaktor an der CMA erkranken wird, läßt sich leider zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorhersagen. Es gibt zwar einen Gentest auf den D-Locus, aber (noch) keinen Gentest, der zwischen "gesund dilute" und "krank dilute" unterscheidet.
 
Dr. Tosso Leeb von der Universität Bern forscht an der Entwicklung eines Gentests auf CMA, auch hier können sich Züchter aller Rassen beteiligen. Für diese Studie benötigt er Blutproben und Haare. Mehr dazu finden Sie auf seiner Homepage: http://www.genetics.unibe.ch/content/forschung/e2694/index_ger.html
 
Fazit
 

Bei der Dilution wäre meine Empfehlung, nicht gezielt auf blaue (bzw. dilute) Hunde zu selektieren.

 

Beim Chihuahua gibt es eine so große und schöne Farbpalette, dass man nicht mit den drei "Risikofarben" Extremscheckung, dilute und merle züchten muss. 

 

Text: Dr. Anna Laukner - April 2014

 


 

Vererbung von Blau ausführlich erklärt:

 

 Danke an Lorena Galanti, dass wir diesen Link verwenden dürfen!